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Fibromyalgie vs. chronisches Müdigkeitssyndrom: Was ist der Unterschied?“

Fibromyalgie und Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS), auch bekannt als Myalgische Enzephalomyelitis (ME), sind komplexe und wenig verstandene chronische Erkrankungen mit einigen Ähnlichkeiten in den Symptomen, es handelt sich jedoch um unterschiedliche Erkrankungen mit eigenen diagnostischen Kriterien und Merkmalen. Hier ist ein Vergleich der beiden:

  1. Hauptsymptome :
    • Bei Fibromyalgie treten vor allem weit verbreitete Schmerzen und Empfindlichkeit des Bewegungsapparates auf. Menschen mit Fibromyalgie berichten häufig über Schmerzen an bestimmten empfindlichen Stellen im ganzen Körper sowie über Müdigkeit, Schlafstörungen und kognitive Probleme (sogenannter „Fibro-Nebel“).
    • Das Chronische Müdigkeitssyndrom (CFS) ist durch starke und unerklärliche Müdigkeit gekennzeichnet, die durch Ruhe nicht gelindert wird. Bei Personen mit CFS können ermüdungsbedingte Symptome wie Muskelschmerzen, Schlafstörungen, kognitive Schwierigkeiten und Unwohlsein nach körperlicher Anstrengung (eine Verschlechterung der Symptome nach körperlicher oder geistiger Anstrengung) auftreten.
  2. Schmerz vs. Müdigkeit :
    • Fibromyalgie ist in erster Linie mit Schmerzen verbunden und Schmerzen sind ein zentrales Merkmal ihrer Diagnose. Während bei Fibromyalgie Müdigkeit auftreten kann, ist sie oft eine Folge der Schmerzen.
    • CFS ist durch schwere und anhaltende Müdigkeit als charakteristisches Symptom definiert. Obwohl Schmerzen Teil des CFS sein können, sind sie für die Diagnose nicht erforderlich und Müdigkeit ist typischerweise die vorherrschende Beschwerde.
  3. Diagnosekriterien :
    • Die Diagnose einer Fibromyalgie basiert auf spezifischen Kriterien, zu denen weit verbreitete Schmerzen gehören, die mindestens drei Monate anhalten, und das Vorhandensein empfindlicher Stellen bei der körperlichen Untersuchung. Diese Kriterien haben sich jedoch weiterentwickelt, und bei der Diagnose wird nun mehr Wert auf weit verbreitete Schmerzen und die damit verbundenen Symptome gelegt.
    • Die CFS/ME- Diagnose stützt sich in der Regel auf Kriterien, die eine mindestens sechs Monate andauernde unerklärliche Müdigkeit sowie spezifische Symptome wie Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen, Halsschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und empfindliche Lymphknoten umfassen. Wichtig ist, dass CFS in erster Linie eine Ausschlussdiagnose ist, was bedeutet, dass andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden müssen.
  4. Überlappung und Komorbidität :
    • Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei Personen sowohl Symptome von Fibromyalgie als auch von CFS auftreten, was zur Diagnose einer „komorbiden“ Fibromyalgie und von CFS führt. Dies kann die Unterscheidung zwischen den beiden Zuständen schwierig machen.
  5. Behandlung :
    • Die Behandlung beider Erkrankungen umfasst häufig die Linderung der Symptome und die Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität. Dies kann Medikamente, Änderungen des Lebensstils, Physiotherapie und kognitive Verhaltenstherapie (CBT) umfassen, um die psychologischen und emotionalen Aspekte dieser Erkrankungen anzugehen.
    • Es ist wichtig zu beachten, dass es weder für Fibromyalgie noch für CFS eine einheitliche Behandlung gibt und Gesundheitsdienstleister ihre Behandlungspläne häufig an die individuellen Bedürfnisse anpassen.
  6. Forschung und Verständnis :
    • Sowohl Fibromyalgie als auch CFS/ME sind Bereiche der laufenden Forschung, und die genauen Ursachen dieser Erkrankungen sind nach wie vor unklar. Forscher erforschen weiterhin genetische, neurologische, immunsystembezogene und psychologische Faktoren, die zu diesen Störungen beitragen können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fibromyalgie und chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS) zwar einige gemeinsame Symptome wie Müdigkeit und Schmerzen aufweisen, es sich jedoch um unterschiedliche Erkrankungen mit eigenen diagnostischen Kriterien und einem Schwerpunkt auf unterschiedlichen Primärsymptomen handelt. Die Behandlung dieser Erkrankungen erfordert häufig einen multidisziplinären Ansatz, um die verschiedenen Symptome zu behandeln und das allgemeine Wohlbefinden der von ihnen betroffenen Personen zu verbessern. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an einer der beiden Erkrankungen leiden könnten, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um eine ordnungsgemäße Beurteilung und Diagnose zu erhalten.

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